Internationale Erbschaften

Immer mehr Erbschaften haben grenzüberschreitenden Charakter – was die Personen betrifft, aber auch die Güter.

Nach einem Todesfall gilt es, die betreffenden Güter zu akzeptieren, die Steuern zu zahlen und die Eigentums-Übertragungen zu vollziehen.

Am häufigsten treten folgende Konstellationen auf:

  • Angehörige eines Staates, die in dessen Gebiet wohnen und Güter im Ausland besitzen. (Beispiel: ein Katalane, der in Katalonien wohnt und eine Immobilie in Frankreich besitzt)
  • Personen, die einem Staat nicht angehören, aber dort wohnen und dort und/oder im Ausland Güter besitzen. (Beispiel: ein in Katalonien/Spanien wohnender Bürger eines anderen Staates mit Immobilienbesitz in Katalonien/Spanien)
  • Personen, die einem Staat nicht angehören und dort nicht wohnen, aber Güter besitzen. (Beispiel: ein nicht in Katalonien/Spanien wohnender Bürger eines anderen Staates mit Immobilienbesitz in Katalonien/Spanien)

Die zivilrechtliche Sicht::

Das allen Fällen gemeinsame Ziel lautet, einen Rechtsstreit zu vermeiden, der vorgeben müsste, welches Erbrecht nach einem Todesfall anzuwenden ist.

Die diesbezügliche Lösung lautet: Geben Sie im Testament die professio iuris (Rechtswahl) an: Wählen Sie das Recht, das bezüglich Ihres Nachlasses gelten soll – entweder das Recht des Landes Ihrer Staatsangehörigkeit oder das Recht des Landes Ihres ständigen Wohnsitzes.

Die steuerliche Sicht::

Das Steuerrecht lässt Ihnen keine Wahlfreiheit.

Die Erbschaftssteuer ist bei grenzüberschreitenden Erbschaften gemäß folgenden Prinzipien zu entrichten:

  1. Die personenbezogene Steuerverpflichtung
    Der/die Steuerpflichtige (Erbe/Erbin von Gütern) muss alle geerbten Güter unabhängig von ihrem Standort in dem Land versteuern, in dem sein/ihr ständiger Wohnsitz liegt.
  2. Die sachbezogene Steuerverpflichtung
    Der/die Steuerpflichtige (Erbe/Erbin von Gütern) entrichtet die Steuer in dem Staat, in dem die Güter liegen.

In jedem Einzelfall sind die internationalen Übereinkünfte zwischen dem Staat des Wohnsitzes des Erben und dem anderen Staat zu prüfen, in dem sich die Güter des Nachlasses befinden. Hier ist darauf hinzuweisen, dass beim Erben von städtischen Immobilien außerdem die städtische Steuer auf den Wertzuwachs (die plusvalía) bei der betreffenden Stadtverwaltung zu entrichten ist.

Mehr Dienstleistungen

Die Europäische Union

Zum Bestimmen der geltenden Gesetze bei einer Erbschaft bildet das Gesetz am ständigen Wohnsitz des Erblassers den Berührungspunkt, sofern der Erblasser nicht anderweitig gewählt hat.


Drittstaaten

Hier geht es um die Wahl der für eine Erbschaft geltenden Gesetzgebung, das Europäische Nachlasszeugnis und steuerliche Fragen.


Erbschaften und Andorra

Hier geht es um Erbschaften mit andorranischem Erblasser und Erbschaften von in Andorra gelegenen Gütern.